Die Liebste imn Ornavassoturm und die Feengrotte der Jrwana

 

Die Liebste im Ornavassoturm und die Feengrotte der Jrwana
  
Einst verliebten sich ein Schäfer und die Tochter eines mächtigen Burgherrn ineinander. Auf einer seiner Wandererungen sah er sie auf einer Wiese lieblich tanzend, einer Fee gleich. Ihr und sein Blick begegneten sich und in beiden entbrannte eine Liebe, so fest und stark wie die Berge, die sie tief in ihren Herzen verschlossen.
Also begab er sich auf die Reise, um um die Hand seiner Liebsten zu freien.
Doch sein Werben war vergebens.
Düster und unheimlich erschien der mächtige Ornavassoturm dem jungen Schäfer Gilg aus Mörel. Er beeilte sich, um möglichst schnell von ihm wegzukommen. In seinen Ohren hallten noch die harten, unbarmherzigen Worte des Burgherrn: „Wenn du um meine jüngste Tochter Agnes freien willst, so musst du in einer goldenen Kutsche, die mit acht Schimmeln bespannt ist, vorfahren. Ich werde dich dann willkommen heissen, sonst aber lass dich hier ja nicht mehr blicken oder du wirst deine Tage im Verlies beenden.“
Glig sah noch die traurigen Augen von Agnes vor sich, aber was half ihnen alle Liebe, wenn ein unbarmherziger Vater zwischen ihnen stand.
Auf der Rückreise nach Mörel schlief Gilg ermüdet unter einer Tanne ein und hörte im Traum, was ein Gogwärgi (Zwerg) ihm zuflüsterte: „Gilg, sei kein Narr, verzichte auf deine Agnes nicht. Du kennst doch die Feengrotte auf der Burg Mangepan bei Mörel. Geh hin und untersuche den Boden ganz genau. Es ist nämlich dort ein Schatz vergraben. Du musst nur laut den Namen der Fee, Jrwana, rufen.“ Gilg wachte auf und ging wieder zu seinen Schafen. Am nächsten Tag zog ihn sein Hund unwiderstehlich zur Feengrotte hin, wo Gilg sich wieder an den Namen der Fee erinnerte und rief: Jrwana, Jrwana!“ Niemand zeigte sich, er aber erblickte hinter sich zu seinem Erstaunen einen kleinen Spalt im Boden, begann zu wühlen und fand daselbst eine Kiste, die prall gefüllt war mit Goldstücken und Edelsteinen. „Vielen Dank, Jrwana, vielen Dank!“ waren die einzigen Worte, die Gilg herausbrachte.
Einige Tage später fuhr eine goldene Kutsche, von acht feurigen Schimmeln gezogen, zum Ornavassoturm in Naters. Ein schöner, fürstlich gekleideter Herr stieg aus und bat den Burgherrn um die Hand seiner jüngsten Tochter Agnes.
Es wurde ein glückliches Paar. Ein Jahr später bekamen die jungen Eheleute ein Mädchen, das sie Jrwana nannten. 


 Der Ornavassoturm


23.7.09 18:41

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