Chlotar der I, auch Chlotachar genannt

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-> Chlothar I. auch Chlotachar genannt; * um 500; † Ende November oder im Dezember 561 in Compiègne) war ein Frankenkönig aus dem Geschlecht der Merowinger.


Denar mit Abbild von König Chlothar I.

Er war der jüngste Sohn des Frankenkönigs Chlodwig I. und der Königin Chrodechild. Von seinen drei älteren Brüdern stammte der älteste, Theuderich I., aus einer unehelichen Verbindung, die beiden anderen – Chlodomer und Childebert I. – stammten aus der Ehe mit Chrodechild. Bei der Reichsteilung nach Chlodwigs Tod 511 erhielt Theuderich den weitaus größten, Chlothar den qualitativ geringsten der vier Reichsteile; dieser umfasste Soissons, Laon, Noyon, Cambrai, Tournai, Thérouanne, Arras, Tongeren und Maastricht. Chlothar residierte in Soissons. Er erhielt ebenso wie seine Brüder sowohl einen Teil von Chlodwigs ursprünglichem Reichsgebiet zwischen Rhein und Loire als auch einen Teil des von Chlodwig erst später eroberten Aquitanien.



Chlothar griff zusammen mit seinen Brüdern Chlodomer und Childebert 523 das Reich der Burgunden an. Nachdem Chlodomer 524 im Burgundenkrieg gefallen war, teilten die drei überlebenden Brüder sein Reich auf, wobei Chlothar Tours und Poitiers erhielt; die definitive Aufteilung scheint allerdings erst einige Jahre später erfolgt zu sein. Chlothar heiratete Guntheuca, die Witwe Chlodomers. Guntheuca hatte drei unmündige Söhne aus ihrer Ehe mit Chlodomer. Von diesen ermordete Chlothar die beiden älteren im Einvernehmen mit Childebert, um ihre Erbansprüche auszuschalten; der jüngste wurde für den geistlichen Stand bestimmt und damit Regierungunfähig, wodurch er dem Tod entging.

531 beteiligte sich Chlothar am erfolgreichen Angriff seines Halbbruders Theuderich I. auf das Reich der Thüringer.
Nach dem fränkischen Sieg an der Unstrut kam es bei der Beuteteilung zu einem Konflikt zwischen Chlothar und Theudebert um die gefangene thüringische Königstochter Radegunde, die Chlothar in seine Gewalt brachte und später heiratete, um sich dadurch Erbansprüche zu sichern.
Radegundes Bruder,
den einzigen männlichen Überlebenden des thüringischen Königshauses, ließ Chlothar ermorden.
Nach der Vernichtung des Thüringerreichs kam Thüringen allerdings in den Machtbereich Theuderichs; Chlothar erhielt nur einen Anteil der Beute. Ein Mordanschlag Theuderichs auf Chlothar schlug fehl.


532 griff Chlothar erneut zusammen mit Childebert das Burgundernreich an. Die Burgunden wurden bei Autun besiegt und ihr Reich 532–534 vernichtet. In der Endphase dieses Krieges beteiligte sich wohl auch Chlothars Neffe Theudebert I., der Sohn und Nachfolger des 533 gestorbenen Theuderich, an den Kämpfen; jedenfalls wurde er 534 bei der Aufteilung des eroberten Gebiets berücksichtigt. Chlothar erhielt nur den äußersten Süden des Burgunderreiches (Valence, Embrun).

Nach dem Tod Theuderichs hatten Childebert und Chlothar vergeblich versucht, Theudebert aus dem Weg zu räumen. Als das misslang, verbündete sich Childebert mit Theudebert und adoptierte ihn. Dadurch wurde Chlothar isoliert. Ein gemeinsamer Angriff Childeberts und Theudeberts auf Chlothar wurde aber abgebrochen, es kam zu keiner Entscheidung.

541 griffen Childebert und Chlothar gemeinsam die Westgoten an. Das fränkische Heer überschritt die Pyrenäen, konnte aber Saragossa nicht einnehmen; der Feldzug war ein Misserfolg.
Nach dem Tod Theudeberts (
547/548) trat dessen Sohn Theudebald (Theudowald) die Nachfolge an.
Als Theudebald
555 kinderlos starb, konnte Childebert das Erbe des Sohnes seines Adoptivsohns nicht in seinen Besitz bringen; vielmehr kam diesmal Chlothar zum Zug, dem es gelang, sich mit der Witwe Theudebalds, der Langobardin Walderada zu verbinden (ob eine reguläre Heirat stattfand, ist unklar). Chlothar konnte sich das gesamte Reich von Reims, das größte der Merowingerreiche, aneignen, und Childebert ging leer aus. Diesen Herrscherwechsel nutzten Sachsen und Thüringer zu einem Aufstand, sie wurden aber nach wechselhaften Kämpfen 556 von Chlothar bezwungen.


Eine große Gefahr für Chlothar war der Aufstand seines Sohnes Chramn, den er zum Unterkönig erhoben hatte.
Chramn verbündete sich mit Childebert gegen seinen Vater. Childebert starb jedoch
558, und da er keine Söhne hatte, konnte Chlothar sich das Reich Childeberts aneignen.
Darauf unterwarf sich Chramn.
Damit konnte Chlothar das gesamte Frankenreich unter seiner Herrschaft vereinigen.
560 erhob sich Chramn erneut, wurde aber rasch besiegt und getötet.
561 starb Chlothar in Compiègne. Er wurde in der Kirche des von ihm gegründeten Klosters Saint-Médard in Soissons begraben.


Der Geschichtsschreiber Gregor von Tours berichtet, Chlothars letzte Worte seien gewesen: "Wehe! Was glaubt ihr, wie gewaltig muss der himmlische König sein, der so große Herrscher auf solche Art umkommen lässt!"

Die Reihenfolge und Chronologie der Ehen Chlothars ist nicht gesichert, er hatte gleichzeitig mehrere Gemahlinnen bzw. Konkubinen.
Seine erste Gattin war Ingund(e), die er um 516 heiratete.
♦ 524 heiratete er Guntheuca, die Witwe seines Bruders Chlodomer, nachdem er die Verbindung mit Ingund gelöst hatte.
Später kehrte er – vielleicht nachdem Guntheuca gestorben war – zu Ingund zurück; außerdem war er, als Ingund noch am Leben war,
mit deren Schwester Arnegunde (auch Aregunde genannt) verheiratet (Heirat um 533/534).
Arnegunde ist besonders durch ihr 1959 gefundenes Grab bekannt.
Wohl um 540 heiratete er die nach dem Sieg über die Thüringer 531 gefangene Radegundis (Radegunde, † 587), eine Tochter des Thüringerkönigs Berthachar.
Später wurde diese Ehe aufgelöst, und Radegunde gründete das Kloster Sainte-Croix in Poitiers, in das sie eintrat.
Eine weitere Ehefrau hieß Chunsina.
Außerdem heiratete Chlothar auch Walderada (Waldrada), eine Tochter des Langobardenkönigs Wacho und Witwe seines 555 gestorbenen Großneffen Theudebald, doch löste er diese Verbindung auf Druck des Klerus auf und gab Walderada dem Bayernherzog Garibald I. zur Ehe.


Aus seiner Ehe mit Ingund stammen die meisten seiner Kinder, nämlich die Söhne
-
Gunthar (532 als waffenfähig bezeugt, † vor 561),
-
Childerich († vor 561),
- Charibert I.,
- Guntram I. (Guntchramn) und
- Sigibert I. sowie die Tochter
- Chlodoswinth, die um 560 den Langobardenkönig Alboin heiratete.
Aus der Ehe mit Arnegunde stammte ein weiterer Sohn,
- Chilperich I.
Von Chunsina hatte Chlothar den Sohn
- Chramn, der bei seinem Aufstand gegen den Vater ums Leben kam.
Ein weiterer Sohn – unehelich oder von einer unbekannten Gattin soll
- Gundowald gewesen sein, der später als Thronprätendent auftrat, obwohl Chlothar ihn nicht als Sohn anerkannt hatte.


Nach Chlothars Tod teilten die überlebenden vier Söhne Charibert I., Guntram I., Sigibert I. und Chilperich I. das Reich untereinander auf.

(Kommentar meinerseits: 9 Kids, ich sag jetzt mal nix über Manneskraft )

3.8.09 20:34

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